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INK NÖ macht Schule IV

 

Schreibworkshop »Der Erzählkoffer« in den beiden ersten Klassen
der VS Grafenwörth



Um einander kennenzulernen erzählten wir uns Geschichten – wie es zur Schutzkappe um den Daumen kam oder wie wir leben. Auch die Lieblingsgeschichten aller 40 Kinder wurden Thema. Ein wesentliches Element daraus wurde in eine Relieffolie geprägt, um somit zu verdeutlichen: Es sind Geschichten, die Spuren in uns hinterlassen. Alsdann sollten diese Geschichten derart erzählt werden, dass unser gegenüber diese Geschichte erraten kann und dennoch nicht sogleich Bescheid weiß, um welche es sich handelt – die Bremer Stadtmusikanten, Dornröschen, Rapunzel, Fußballgeschichten oder Pferdegeschichten waren vorherrschende Themen, aber auch die Faszination Sachbuch wurde eingebracht.

Danach wurde den Kindern ein Stoffbeutel präsentiert, der verknotet war und in dem es gewaltig klapperte – zuerst sollten sie hören und raten, was sich darin befand, bald weckte das Geräusch die Assoziation Bauklötze, von den Bauklötzen ging es mittels der Haptik zum Quadrat, bis sie bald schon beim Würfel landeten. Jedes Kind bekam einen eigenen Würfel aus Fichtenholz. Groß war das Erstaunen, dass diesen Würfeln jedoch ihr wesentlichstes Element fehle: die Augen. Die blitzeblanken Flächen waren leer, und sollten – als Erzählwürfel – alsdann von jedem Kind gefüllt werden: eine Farbe, die in keiner Geschichte fehlen dürfe; eine Zahl – Erkennungszeichen zahlreicher Märchen, die ihnen bedeutsam erscheine; ein Tier, ein Mensch oder zwei – klein, groß, dick, dünn, männlich, weiblich. Und ein Ereignis – symbolisiert durch Ausrufezeichen, Fragezeichen, Blitz, Gewitterwolke, Herz oder Sonne. Auf die 6. Fläche wanderte je ein Smiley, sei sein Gesicht traurig oder fröhlich, müde, erstaunt, verliebt, genervt …

Während in der 1b 4rer-Gruppen gebildet wurden, die nun gemeinsam mit den Inputs ihrer vier Erzählwürfel eine Geschichte entwickelten, diese alsdann zeichneten und niederschrieben, war es in der 1b die Großgruppe, die reihum als Reaktion auf die Würfelfläche eine Idee zum gemeinsamen Ganzen beitrug. Danach zeichnete jedes einzelne Kind ein Bild dazu. Auffallend war, dass in der 1b die Ergebnisse in den Gruppen enorm divergierten. In manchen wurde für den Erzählakt gar kein Ende gefunden, in anderen taten sich die Kinder schwer, den Faden des vorher Gesagten aufzunehmen, wieder andere entschieden für sich, jedes Kind der Kleingruppe erzähle eine eigene Geschichte den anderen.
Im Gegensatz dazu wurde mit der verstärkten Anleitung in der Großgruppe der 1a der narrative Bogen durch eingeworfene Detailfragen eher gehalten (Technik des Oral Storytelling); dafür hatte ein Konsens über den Erzählinhalt gefunden zu werden.

Die nächste Aufgabe bestand darin, im Schulgarten etwas Hartes, etwas Weiches, etwas Spitzes und etwas Wohlriechendes zu suchen und davon zu erzählen …

Ein weiteres Mal wurde der Stoffbeutel gezückt – dieses Mal mit neuer Fülle, die Verwirrung stiftete, denn es gab darin Rundes, Eckiges, Schmales, Langes, Würfeliges und Gewelltes zu ertasten. Ohne hineinzublicken, durfte sich jedes Kind ein Objekt herausnehmen. Die Holztiere, welche die Kleinbaumgartner[SPIEL]Manufaktur für uns herstellte, wurden nun in ein narratives Setting gebracht. Eine Geschichte rund um das eigene Tier wurde entwickelt. Wusste man nicht weiter, lieferte der Erzählwürfel Anregung! Alsdann wurden diese Geschichten gezeichnet, die Illustrationen gescannt und der Erzähltext jeder Einzelgruppe gesprochen: Mucksmäuschenstill waren die anderen Kinder, damit alsdann der zu den Bildern erzählte Text für sie abgetippt werden könne. Die zuvor erdachte und illustrierte Geschichte zu memorieren fiel den meisten Kindern leicht, bei manchen half der Partner oder die Partnerin aus, wurde ein relevantes Detail in der Aufregung vergessen.

Alsdann suchten die Kinder im Schulgarten nach der Geschichte der beiden Steckenpferde – ein Drache und ein Einhorn, Bild für Bild entwarfen wir die Handlung, photographierten die Szene und notierten uns dazu den Text in Stichwörtern, um ihn danach auszufeilen und aufzuschreiben. Die Bewegung samt dem Erfrischen mit Naschobst tat den Kindern nach ihrem konzentrierten Arbeiten in der Klasse gut!
Während eine Kleingruppe in eine ruhige Ecke der Aula mit dem Auftrag, ein bizarres Wesen aus Märchenwolle zu gestalten, aufbrach, widmeten sich die anderen Kinder einem Blatt mit Bildmaterial: ein Katzenbaby; eine Brücke über einen Fluss in einer idyllischen Parklandschaft; die Spiegelung eines Fenstergitters auf einem Steinboden; ein Mädchen in langem Kleid; auf welches das Licht fiel, farbenfroh verändert durch Buntglas-Fenster; eine Scheunendecke, von der unzählige Lampen hängen; eine Leiter, an einen Baum gelehnt, darüber der volle Mond … Ihre Aufgabe bestand nun darin, diese Bilder nach eigenem Gutdünken zu ordnen und sich dazu eine Geschichte auszudenken, die niederzuschreiben war – abgesehen von den Vorschulkindern, welche sich diese ›auch bloß merken‹ durften.

Sobald die Gruppe zurückkehrte, welche die beiden Gesellen aus Märchenwolle gefertigt hatte, erzählten uns diese, es handle sich hierbei um Elias und Tobias – zwei Quallen, die nur diejenigen nicht brennen, deren Name und Stimme in ihrem Gedächtnis abgespeichert ist. Mit diesen Informationen widmet sich eine Kleingruppe dem Lied der beiden Quallen – hierbei motivierte vor allem die Gitarre, welche die Kinder aus Staatz im Rahmen des p[ART]-Projekts erhielten eine Vorschülerin zu sehr kompetenter Anregung! Eine andere Gruppe entwickelte aus den Naturmaterialien eine Kulisse, die nächste entwarf die Grundzüge der Geschichte …

Im Erzählkoffer fanden sich auch die Projektgeschichten zweier anderer Schulen, welche die Kinder faszinierten, weshalb für beide Klassen je ein Abzug hergestellt wurde, der fürderhin ihre Schulbibliothek bereichern darf.

Auf Basis der Vorbereitungen wurden die Geschichten »Der Drache Isidor findet einen Freund« sowie »Tobias und Elias und ihre Abenteuer im Meer« niedergeschrieben, das Layout gestaltet und der Vortrag eingeübt – schließlich sollen die jeweilig anderen Gruppen auch die bislang noch unbekannten Grafenwörther Geschichten erfahren.

Während die eine der beiden ersten Klassen ein Fabelwesen gestaltete, es mit einer Fähigkeit und einer Sehnsucht ausgestalten durfte, war die andere erste Klasse aufgefordert, alsdann zu diesen in Collageform gefertigten Gesellen eine Geschichte zu entwickeln und niederzuschreiben.

















Dass sie ihre Texte final als kleines Büchlein bekamen, ein Exemplar in den Erzählkoffer zu den nächsten Projekten wandern sollte, machte sie stolz. Das eigene Werk, seien es Texte oder Illustrationen, in Händen zu haben und mitnehmen zu können, auch herzuzeigen, ist ein das erzählerische Selbstbewusstsein stützendes Erleben.

Eine finale Abschlussrunde vervollständigte die Workshopreihe: Das Feedback der Kinder erbat sich die Dozentin mittels eines Briefes, den jedes Kind an sie schrieb. Zum Abschluss präsentierten die Kinder einander ihre Geschichten. So konnte das flüssige und laute Lesen nochmals eingeübt werden.