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»Requiem« Fortwährende Wandlung
Ein Projekt im Rahmen des Viertelfestivals »Metamorphose 2017«

 

Requiem – Fortwährende Wandlung
Pfarrkirche Gaubitsch, 12. Mai 2017


Im Rahmen des diesjährigen Viertelfestivals Niederösterreich kam es zu einer denkwürdigen Zusammenarbeit der Autoren Marlen Schachinger, Markus Orths und Michael Stavaric, die gemeinsam mit dem Geistlichen Christian Wiesinger ein Requiem in der Pfarrkirche Gaubitsch präsentierten. Insbesondere die Vergänglichkeit des Weltlichen und damit verbundene Glaubensfragen wurden thematisiert, die Untiefen des Menschlichen im Rahmen der liturgischen Feier angesprochen und – wie Christian Wiesinger betonte – ein Dialog in Gang gesetzt. Das Wort verbindet schließlich und die Endlichkeit des Menschen ist nicht zuletzt auch ein Schlüssel zum besseren Verständnis, zu einem gelebten und prosperierenden Miteinander. Die philosophischen Fragen, die mit dem Tod in Verbindung stehen, sind zugleich auch Glaubensfragen, die Literatur ist in diesem Sinne stets eine existentielle Vermittlerin. Das gut besuchte Kirchenhaus zeugte nur allzu deutlich vom regen Interesse, sich auf diesen ungewöhnlichen Abend einzulassen. Der Abend selbst wurde mit einer anschließenden Feier im Pfarrhof beschlossen – bei wunderbarer Musik (die „Kreuz und Quer“ Dixie-Jazz-Band), Brot und Wein. Ausführliche Gespräche zwischen den Autoren, dem Pfarrer und dem Publikum machten deutlich, dass das zuvor Gelesene und Vorgetragene noch lange nachwirkte. Mors ultima linea rerum – der Tod ist die letzte Grenze der Dinge! Allen gemeinsam war es an jenem Abend gelungen, sich dieser Grenze wohlwollend anzunähern ...




12. Mai 2017 / 19:00 Uhr / Gaubitsch (NOE)



… am Anfang war das Wort, und das Wort hieß ›sterben‹, und die Ergänzung ›müssen‹ beschwor seine Unausweichlichkeit, und das Wort hallte in uns wider, und das Wort erschreckte.

Am Anfang war der Wunsch, von all dem niemals zu wissen.

Und das Wort wurde Kunst, und mit dieser Unruhestifterin verwandelte es sich in Geschichten, und in den Geschichten wuchsen Bildwelten, und wir hörten und lasen sie, und sie wandelten auch uns im Wahrnehmen und Erleben.

Und am Ende war noch immer das Wort, und das Wort heißt weiterhin ›sterben‹, und die Ergänzung ›müssen‹ beschwört nach wie vor seinen unausweichlichen Charakter, doch die literarischen Arbeiten von Markus Orths, Marlen Schachinger und Michael Stavarič hallen in uns wider, sie spiegeln das Leben in allen Facetten, sie spiegeln uns den Tod, und sie schenken uns – Kraft der Sprache und ihrer Verwandlungskunst – ihre Erzähluniversen, im Rahmen einer liturgischen Feier in der Pfarrkirche in Gaubitsch, und das ist noch immer nicht das Ende, denn im Kehraus feiern wir miteinander bei Wein und Brot: das Leben …



(Copyright / Bildmaterial: Robert Gampus)