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Seite 33 / Marlen Schachinger
Guillermo Cabrera Infante: Drei traurige Tiger.
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Thomas Bernhard: Frost.
Seite 33 / Stefan Kutzenberger
Jorge Luis Borges: Fiktionen
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INK NÖ macht Schule: Culture Connected in Laa/Thaya »Und was wenn …«
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»Zwischen uns sei Wahrheit«


Nach einer Vorstellungsrunde und einer Fragestunde zum Berufsfeld ›Literat*in‹ folgt in Kleingruppen bereits die erste Aufgabenstellung. Jede Gruppe soll einen Konflikt definieren, jedoch ohne Lösung. Diesen definierten Konflikt geben sie an die nächste Gruppe weiter, welche die Aufgabe hat, für den genannten Konflikt eine Lösung zu suchen, etwaige Rollen klar zu definieren und basierend darauf eine thematische Lösung vorzuschlagen (Protagonist*innen, Konflikt als Thema: Konfliktlösungsstrategien).

Mittels dieses ersten Rollenspieles eignen sich die Schüler*innen zudem die klassische Form des Dramas an, dessen Kennzeichen zuerst theoretisch besprochen wurden: 5 Akte, Spannungsbogen, Exposition, erregendes Moment, Klimax, retardierendes Moment, Finale. Die Ein- bis Zweiakter der Schüler*innen, die auf Basis dieser Spontanübung entstehen, kreisen um Ernährungskonflikte als innere Konflikte, um Streitthemen mit den Eltern (Vereinbarungen einhalten), um Missverständnisse zwischen Freund*innen, um nicht eingehaltene Vereinbarungen unter Freund*innen). In der Großgruppe wird alsdann diskutiert, worin bestand der Konflikt, welche Konfliktlösungsstrategien wurden bemüht, was wären Alternativen gewesen, wozu führen diese Varianten in weiterer Folge. Konflikt und Macht/Ohnmacht entsteht als Thema daraus.

Das Schauspiel Goethes »Iphigenie auf Tauris« wird anhand der 5 Akte und ihrer Kennzeichen nochmals durchgesprochen, beides dadurch gefestigt. Was geschieht in den einzelnen Akten, was ist Vorgeschichte, was das Thema? Worin besteht das erregende Moment? Worin das retardierende? Wie endet das Schauspiel?

Sprachanalyse und Verständnis einiger der Kernstellen des Dramas: Was meint Goethe? Welche Wörter kennen wir heute nicht mehr? Wie lassen sich seine strukturierten Satzgebilde erfassen?

In den Kleingruppen erhalten die Schüler*innen die Aufgabe, einen kurzen Dialog bzw. Monolog in gegenwärtiges Deutsch übertragen: Wie würde das heute klingen? Was ist wirklich gemeint. Diese Aufgabe bewältigt eine Gruppe sehr gewandt, andere tun sich damit schwer.

Mittels der formalen Strukturen – Duktus, der zuvor in der Übertragung in heutige Sprachformen bereits ein Problem darstellte – sowie der Grundcharakteristiken einzelner Gattungen der Narration lernen die Schüler*innen diese Gattungen auch im Detail kennen: Was ist eine Regieanweisung, wie unterscheidet sich die vom Text, was hat genannt zu werden, damit die Schauspieler*innen danach verstehen, was zu tun ist … Im nächsten Arbeitsschritt suchen sie sich ein Aufgabenfeld für ihr eigenes Gestalten.

Eigenständig kreative Arbeit:
Die zur Auswahl stehenden Modi eigenständigen Arbeitens werden zuerst in der Theorie kurz umrissen, alsdann verteilt. Da mehrere sich für eine Darstellungsform interessieren, haben sie für diesen Konflikt eine Lösung zu finden, die alle zufrieden stellt.
Hörspiel, Hörstück, Soundcollage, Stop Motion, Daumenkino, Dramolett und Collage-Bogen stehen zur Auswahl.

Um Lerninhalte zu festigen, wiederholen wir bei jedem Blocktermin die Basiskenntnisse, die für die Arbeit nötig sind: 5-Akt Theorie, 3 Einheiten des Aristoteles, relevante Fachtermini, Grundzüge der Figurenpsychologie und des Figurenaufbaus. Auch der Inhalt des Werkes ”Iphigenie auf Tauris“ wird im Rollenspiel nochmals rekapituliert und verfestigt, manche Detailaspekte erst in der eigenen Umsetzung und im eigenen Erleben verstanden.

Filmausschnitte aus »Schräger als Fiktion« runden die Einblicke in die Dramaturgie szenischer Narration ab: Aufbau, Exposition und primäres Figureninventar, OFF-Voice und Plot Point 1 werden so nochmals wiederholt und von den Schüler*innen eigenständig erkannt, benannt und mit dem klassischen Schauspiel sowie eigener Arbeit in Zusammenhang gebracht.

Die eigenständige künstlerische Arbeit beginnt anhand der Benennung des Konfliktthemas, der Entwicklung von Figurenporträts und des Verfassers eines ersten Bauplans als selbstständige Arbeitsleistung. Das fixierte Grundgerüst widerspricht zwar mancher spontanen und ausufernden Idee, welche die Schüler*innen sogleich entwerfen und die eher zu einem abendfüllenden Drama oder Spielfilm passen würde, gibt der künstlerischen Arbeit jedoch eine Richtung und ein erreich- sowie umsetzbares Ziel.

In der Großgruppe werden die Baupläne nochmals besprochen – wo sind Probleme, wo etwaige Schwächen? Haben alle die zu integrierende Thematik der Iphigenie / Konfliktlösung beachtet?
Auf Basis der Baupläne / Treatments / Storyboards wird eine Bedarfsliste aufgestellt: Was fehlt der jeweiligen Gruppe noch, damit die Idee umgesetzt werden kann? Wo ist weitere Technik nötig, wie sehen die Bearbeitungsprogramme aus? Wer wechselt wann die Rolle, steigt aus dem eigenen Projekt wann aus und steht als Schauspieler*innen dem Projekt der Kolleg*innen zur Verfügung?
Ein erstes Hineinschnuppern samt Kennenlernen der grundlegenden Techniken, um eigenständig zu arbeiten wird angeboten. Die Notwendigkeit der Regie, deren Blick das eigene Spiel ausschließt, wird thematisiert. Auch die Problematik geeignete Schauspieler zu finden, die zudem auch noch Zeit haben und die Hinweise der Regie umsetzen führt zu Gelächter und gibt der Zusammenarbeit in der Klasse eine eigene Dynamik – jede*r hängt von jedem ab, soziales Denken ist gefragt, nicht nur das eigene Projekt ist spannend und relevant. Teamarbeit wird eingeübt. Die emotionale Schwierigkeit, eine geschriebene Liebesszene auf der Bühne umzusetzen, wird ihnen deutlich; der Bühnenkuss rettet.
Der Grundtenor in der gesamten Großgruppe war auffallend entspannt, humorvoll, engagiert und an der Umsetzung der Ideen rege interessiert. An den Kleingruppen fiel die konzentrierte Arbeitsleistung auf: Sie waren in einem Workflow. Spannend fand ich auch, dass ihnen die abschließende Präsentation der Arbeiten so viel Freude bereitete, sie stolz auf ihre eigenen Werke und zufrieden damit waren. Da uns noch eine Viertelstunde blieb, haben sie final das Theaterstück in einer anderen Rollenverteilung noch drei Mal aus dem Stegreif aufgeführt: Mädels spielten Hosenrollen, Jungs wollten sich in den Mädchenrollen erleben, und die beiden Autoren, die zuvor Regie geführt hatten, auch die andere Seite kennen lernen. Final war es notwendig ein Machtwort zu sprechen und sie aus der Klasse freundlich aber entschieden hinauszukomplementieren.

WIR DANKEN KULTURKONTAKTAUSTRIA FÜR DIE GEWÄHRTE UNTERSTÜTZUNG!